BASICS | S1 Folge 13: Bilanz erklärt – Schulden, Liquidität und Sicherheit

Shownotes

Nach dieser Folge kannst du: Eine Bilanz in 3 Minuten lesen – die drei Dinge, die über Sicherheit und Risiko entscheiden. 📊 Die 3 Bilanz-Checks:

Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/EBITDA): <2x grün, >4x rot Current Ratio (Umlaufvermögen/kurzfr. Verbindlichkeiten): >1,5 grün, <1,0 rot Eigenkapital-Trend: Steigend = gut, sinkend ohne Buybacks = Warnsignal

📋 Der 3er-Block ist komplett:

E10: Die 3 Zahlen, die du brauchst (Überblick) E11: Cashflow erklärt (Mechanik hinter Zahl 2) E12: Bilanz erklärt (Mechanik hinter Zahl 3)

💡 Merksatz: Gute Gewinne und starker Cashflow nützen nichts, wenn die Bilanz die nächste Krise nicht übersteht. 🔗 Referenzierte Folgen:

BASICS E10 + E11 ANALYSE: Ferrari, ASML, Visa WISSEN: Qualität vs. Preis (Tier-Modell)

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📌 Keine Anlageberatung. Alle Inhalte dienen der finanziellen Bildung.

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen beim Stock Analyzer Podcast.

00:00:02: David Bader Egger zeigt euch welche Aktien bei Warren Buffett durchfallen und welche es in seinem Portfolio schaffen würden.

00:00:09: Dieser Podcast ist keine Anlageberatung und liefert keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen, und jetzt viel Spaß mit der heutigen Folge!

00:00:35: Unser heutiges Thema in der Basic Folge ist die Bilanz.

00:00:39: Schulden, Liquidität und die Frage wie sicher ist ein Unternehmen wirklich aufgestellt?

00:00:47: Stell dir vor du kaufst dein Haus.

00:00:49: von außen sieht es fantastisch aus schöner Fassade gepflegter Garten gute Lage.

00:00:54: das ist die Gewinn-und Verlustrechnung.

00:00:56: sie zeigt dir was das Haus erwirtschaftet und wie viel Miete reinkommt.

00:01:02: dann schaust du auf den Kontorauszug.

00:01:05: Wie viel Geld fließt wirklich?

00:01:07: Und das ist der Keschloh, den haben wir bereits in der vorigen Folge besprochen.

00:01:13: Aber bevor du das Haus kaufst brauchst du natürlich noch etwas... Ein Röntgenbild!

00:01:19: Wie stabil ist das Fundament?

00:01:21: Wie hoch ist die Hypothek und was bleibt übrig wenn alles schief geht?

00:01:26: Das ist die Bilanz.

00:01:29: Die Bilanz ist der unglammeröseste Finanzbericht.

00:01:33: Niemand redet YouTube Videos darüber Kein Influencer postet Screenshots davon.

00:01:38: Aber die Bilanz ist der Bericht, der Unternehmen rettet oder umbringt Denn wenn die Bilant schwach ist nützen gute Gewinne und starker Cash flow nichts Weil du in Krisen nicht überlebst.

00:01:52: In der drei Zahlenfolge war der Verschulungsgrad die dritte Zahl Und heute erkläre ich dir das Fundament dahinter.

00:02:00: Eine Bilanz besteht aus zwei Seiten Die immer gleich groß sein müssen.

00:02:04: Deshalb heißt sie Bilanz, denn der Name kommt von Balance.

00:02:10: Die linke Seite aktiver – was besitzt das Unternehmen?

00:02:14: Cash Maschinen Gebäude Vorräte Patente und Forderungen.

00:02:20: Die rechte Seite ist das Passiver.

00:02:23: Wie wurde das finanziert?

00:02:24: Entweder durch ein Kapital Das gehört den Aktionären oder durch frem Kapital Das alles erklärt.

00:02:38: Aktiver ist ein Kapital plus Schulden.

00:02:41: oder in der Hausanalogie, den Haus ist fünfhunderttausend Euro wert die Hypothek beträgt dreihunderttauend Euro also ist ein Eigenkapital zweihundert tausend euro.

00:02:53: das ist eben die Bilanz.

00:02:55: Fünfhundert Tausend ist gleich die zweihundertausend plus die dreihundert taussend.

00:03:00: wir sehen beide Seiten sind gleich.

00:03:02: und die entscheidende Frage dabei Wie groß ist der Anteil von Eigenkapital und wie groß der Antil von Schulden?

00:03:11: Je mehr Einkapital, desto stabiler.

00:03:14: Je mehr Schulden, destohanfälliger.

00:03:17: Merkt ihr hier die Bilanz?

00:03:19: sagt ihr nicht, wie gut ein Unternehmen läuft.

00:03:21: Sie sagt ja nur, wie viel es aushält wenn es schlecht läuft.

00:03:27: Du musst keine Bilanz komplett lesen du musst nur drei Dinge prüfen.

00:03:31: Und genau in dieser Reihenfolge Check Nummer eins Wie hoch sind die Schulden und kann das Unternehmen sie bedienen?

00:03:39: Das ist die wichtigste Frage, denn Schulden sind der Hauptgrund warum Unternehmen in Krisen scheitern.

00:03:45: Nicht schwache Umsätze nicht der Wettbewerb sondern Schulden!

00:03:49: Und warum das Ganze?

00:03:51: Weil Schulden Fixkosten erzeugen Zinsen und Tilgung.

00:03:55: Die muss bezahlt werden und egal ob das Geschäft gut oder schlecht läuft kommt wieder das Verschuldungsgrad aus der Drei-Zahlen-Folge ins Spiel.

00:04:06: Verschulungskrad ist netto Schulden geteilt durch EBITAT.

00:04:11: Zur Erinnerung?

00:04:13: Unter Eins heißt wenig Schulden, ist stark.

00:04:16: Eins plus drei ist normal über drei heißt aufpassen und über fünf ist Alarmstufe.

00:04:23: Aber es gibt einen Punkt den die Drei Zahlenfolge nicht erklärt hat Nicht alle Schulden sind gleich gefährlich.

00:04:31: Langfristige Schulden mit niedrigen Zinssatz, die in zehn Jahren fällig werden – das ist manageable.

00:04:37: Das Unternehmen hat eben Zeit!

00:04:40: Die kurzfristige Schulden, die im sechs Monaten fälliger werden und refinanziert werden müssen…das ist definitiv gefährlich.

00:04:48: Denn wenn die Bank in einer Krise sagt «Nein», dann hat das Unternehmen ein extenzielles Problem.

00:04:54: Deshalb schau nicht nur auf die Höhe der Schulden sondern auch auf die Fälligkeitstruktur.

00:05:00: Wann müssen die Schulden zurückgezahlt werden?

00:05:05: Also merkte hier, Schulden sind nicht per se schlecht.

00:05:08: Aber Schulden, die zur falschen Zeit fällig werden können ein gutes Unternehmen zerstören.

00:05:15: Check Nummer zwei Kann das Unternehmen seine kurzfristigen Rechnungen bezahlen?

00:05:20: Jetzt wird es praktisch.

00:05:22: Die zweite Frage betrifft nicht die langfristige Gesundheit sondern dass sie überleben in den nächsten zwölfen Monaten und dafür gibt es eine einfache Kennzahl Current Ratio.

00:05:33: Das ist das Umlaufvermögen geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten.

00:05:38: Umlauf-Vermögen ist alles, was innerhalb eines Jahres zu Geld wird – Cash, Forderungen und Vorräte.

00:05:45: Kurzfristige Verbindlichkeiten ist alles was innerhalb seines Jahres bezahlt werden muss – Lieferantenrechnungen, kurzfristig Kredite und fällige Anleihen.

00:05:55: Eine Faustregel dabei ist Über ¼ ist komfortabel.

00:06:01: Das Unternehmen kann seine kurzfristigen Rechnungen locker bezahlen.

00:06:05: Eins bis eineinhalb ist okay, aber ohne großen Puffer und unter eins ist definitiv ein Wahnsignal!

00:06:13: Aber es gibt hier Ausnahmen die Anfänger oft verwirrt.

00:06:17: Manche Unternehmen haben bewusst eine current ratio unter eins weil sie extrem effizient mit ihrem working capital umgehen.

00:06:25: Supermärkte zum Beispiel.

00:06:26: Sie verkaufen die Ware bevor sie den Lieferanten bezahlen.

00:06:30: Das ist eben kein Wahnsignal, das ist ein Geschäftsmodell.

00:06:35: Aber aufpassen!

00:06:36: Für den meisten Unternehmen gilt unter eins ist gefährlich.

00:06:41: Als Merksatz die Current Ratio sagt ihr nicht ob ein Unternehmen profitabel ist.

00:06:46: sie sagt ihr ob es morgen noch die Rechnungen bezahlen kann und das ist manchmal wichtiger.

00:06:54: Check Nummer drei wie viel gehört denn Akzeneern und wächstes überhaupt?

00:06:59: Das ist die dritte Frage.

00:07:01: Sie klingt extrem abstrakt, ist aber entscheidend.

00:07:05: Wie hoch ist das Einkapital und steigt es über die Jahre?

00:07:10: Ein Kapital ist das was übrig bleibt wenn du alle Schulden von allen Vermögenswerten abziehst.

00:07:15: In der Hausanologie wäre das der Teil der dir wirklich gehört.

00:07:20: Steigendes Einkapitel über Jahre bedeutet dass Unternehmen erhöht seinen Substanzwert und es baut etwas auf.

00:07:28: Sinken des Einkapitals kann bedeuten, dass Unternehmen verliert Substanz.

00:07:33: Häuft Schulden an oder gibt mehr an Aktionäre zurück als es verdient?

00:07:38: Und hier gibt es eine Feinheit die viele nicht kennen.

00:07:42: Manche exzellente Unternehmen haben negatives Einkapital und das ist kein Problem!

00:07:49: Warum?

00:07:50: Weil sie so viel Geld über Buybacks an Auktionäre zurückgeben, dass das Einkapitel reichenrisch negativ wird.

00:07:58: Das passiert bei Firmen wie Visa, McDonalds oder Starbucks.

00:08:02: Bei diesen Firmen ist das negative Einkapital ein Zeichen für aggressive Aktionärsrendite – nicht für Schwäche!

00:08:09: Weil die Cashflows stark genug sind um die Schulden jeder Zeit zu bedienen.

00:08:15: Aber bei Firme mit schwachen Cashflow und negativem Einkapital da ist es ein Alarmsignal.

00:08:21: Die Faustregel also negatives Einkapitel bei schwacher Qualität heißt Gefahr.

00:08:27: Schauen wir uns das einmal in der Praxis bei den letzten Podcastfirmen an.

00:08:33: Ferrari, die Festung.

00:08:36: Finanzstärke ist zwanzig von zwanziger im Stockaneleister.

00:08:40: Mehr Cash als Schulden, Current Ratio bei über drei und ein Kapital steigend.

00:08:46: Ferrari ist finanziell praktisch unangreifbar.

00:08:49: Selbst wenn die Luxusnachfrage zwei Jahre einbricht, siehts Ferrari das aus ohne einen einzigen Kredit aufnehmen zu müssen!

00:08:58: ASML fast perfekt.

00:09:00: Finanzstärke, Achtzehn Komma Fünfund Siebzig von Zwanzig.

00:09:04: Starke Cash Position Fast Dreizehn Milliarden Euro Liquidermittel.

00:09:09: Die Verschuldung ist moderat und langfristig strukturiert der einzige Punkt worum es nicht zwanzig Von Zwanzige Ist.

00:09:17: ASML hat umfangreiche Verbindlichkeiten aus Kunden Vorauszahlungen und Leasing.

00:09:22: das ist Nicht bedrohlich Aber Es Erklärt die Kleine Lücke zur Perfekten Punktzahl.

00:09:29: Und Visa?

00:09:30: Wie schon angekündigt, negatives Eigenkapital.

00:09:33: Aber kein Problem!

00:09:35: Visa hat durch aggressive Buybacks rechnerisch negatives Eigencapital.

00:09:39: Klingt beunruhigend ist es aber nicht.

00:09:42: Warum?

00:09:43: Weil Visa über zwanzig Milliarden Dollar Cash generiert und das pro Jahr.

00:09:48: Die Verschuldung ist moderat und die Schulden werden problemlos aus dem laufenden Geschäft bedient.

00:09:55: Hier greift wieder die Faustregel Wenn negatives Einkapital aus Buybacks kommt, dann kein Alarm.

00:10:03: Und jetzt müssen wir noch das Bild komplementieren und das heißt wann Schulden sogar gut sein können?

00:10:14: Schulden sind dann sinnvoll wenn der Zinssatz unter der Kapitalrendite liegt.

00:10:19: Das Unternehmen verdient also mehr mit dem geliehen Geld als es an Zinsen zahlt.

00:10:24: Die Fälligkeit ist langfristig und hat somit keinen Refinanzierungsdruck.

00:10:29: Der Cash-Low ist stabil genug, um Zins und Tilgung in jeder Marktlage zu bedienen.

00:10:35: Bei Samhel zum Beispiel die Schulden finanzieren teilweise den Ausbau der Produktionskapazitäten.

00:10:42: Das ist Schulden für Wachstum Mit einem Monopolprodukt als Sicherheit – Dark.

00:10:46: ist es sinnvoll!

00:10:48: Bei einem Hofverschuldeten Retailer, der seine sinkenden Margen mit Schulden überbrückt?

00:10:53: das sind Schulden fürs Überleben und das ist gefährlich.

00:10:57: Deshalb musste ich auch zusätzlich immer fragen, wofür hat das Unternehmen diese Schulden gemacht und kann es sie betienen.

00:11:06: Denn am Ende zählt nur Denk wie Buffett, Kauf wie Buffet und vor allem investiere nur in das was du wirklich verstehst.

00:11:14: Vielen Dank fürs einschalten und bis zur nächsten Folge.

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