WISSEN | #35: Sonderfälle richtig lesen II – Banken, Versicherer und Holdings

Shownotes

🔑 In dieser Folge:

  • Warum Banken anders sind: Schulden als Rohstoff
  • Die richtigen Kennzahlen für Banken
  • Buffett und die Bank of America 2011
  • Versicherer und der Float
  • Die Combined Ratio
  • Holdings und die Summe der Teile
  • Wie ein gutes Werkzeug mit Sonderfällen umgeht

📌 Die passende Kennzahl je Sonderfall:

  • Bank: Kurs-Buchwert-Verhältnis, Eigenkapitalrendite, Kapitalpuffer
  • Versicherer: Combined Ratio über mehrere Jahre
  • Holding: die einzelnen Geschäftsbereiche (Summe der Teile)

📖 Kurz erklärt:

  • KBV: Wie viel du im Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital bezahlst. KBV 1 heißt, du zahlst genau den Buchwert.
  • Float: Prämien, die ein Versicherer einnimmt und anlegen kann, bevor er Schäden auszahlt.
  • Combined Ratio: Schäden und Kosten im Verhältnis zu den Prämien. Unter 100 % verdient der Versicherer schon am reinen Versicherungsgeschäft.

🧠 Merksatz der Folge: „Die wichtigste Frage vor jeder Bewertung lautet: Welche Art von Unternehmen ist das? Erst die Antwort sagt dir, welche Kennzahlen überhaupt gelten.“

📺 Die Miniserie „Sonderfälle richtig lesen“:

  • Teil 1: Aktienrückkäufe (WISSEN #34)
  • Teil 2 (heute): Banken, Versicherer und Holdings
  • Teil 3 (05.11.): Zykliker

🎧 Passende Folgen:

  • ANALYSE: flatexDEGIRO
  • BASICS S2: Praxis-Finale mit Berkshire Hathaway
  • BASICS S3 Folge 1: Das Stockanalyzer-Glossar

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📌 Keine Anlageberatung. Alle Inhalte dienen der finanziellen Bildung.

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen beim Stock Analyzer Podcast.

00:00:02: David Bader Egger zeigt euch welche Aktien bei Warren Buffett durchfallen und welche es in seinem Portfolio schaffen würden.

00:00:09: Dieser Podcast ist keine Anlageberatung und liefert keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen, und jetzt viel Spaß.

00:00:16: mit der heutigen

00:00:26: Folge!

00:00:35: ging es um Aktienrückkäufe.

00:00:38: Heute geht es um drei Firmentypen, bei denen die Bilanz grundsätzlich anders funktioniert als bei einem normalen Unternehmen.

00:00:46: Banken, Versicherer und Holdings.

00:00:48: Wir hatten zweiter von schon alles Analysefall.

00:00:51: Flattexter Chiro als Bank- und Berkshire Haderway als Holding mit großem Versicherungsgeschäft.

00:00:57: heute schauen wir uns an warum man diese Unternehmen mit anderen Maßstäben messen muss und welche das sind.

00:01:04: Bei einem normalen Industrieunternehmen sind hohe Schulden ein Risiko, bei einer Bank sind hohen Verbindlichkeiten das Geschäftsmodell.

00:01:12: Der Grund ist einfach – Das Geld, dass du auf deinem Konto liegen hast, ist aus Sicht der Bank eine Verbindlichkeit, denn sie schuldet es dir!

00:01:20: Die Bank nimmt dieses Geld und verleiht es weiter als Kredit an Unternehmen oder als Hypothek an Heuselbauern.

00:01:27: Sie verdient alle Differenz zwischen dem Zins den sie dir zahlt und dem Zinz den sie verlangt.

00:01:33: Das bedeutet Kennzahlen wie der Verschuldungsgrad, die bei einem Autobauer lahmschlagen würden sind bei einer Bank ganz normal.

00:01:40: Wer eine Bank mit den Kennzahlen eines Industrieunternehmens misst kommt zu völlig falschen Schlüssen und auch die klassische Kapitalrendite und die Kälschlerrechnung passen kaum weil Geld bei einer bank nicht Werkzeug sondern Ware ist.

00:01:54: Also merkt ihr bei der Bank sind die Schulden nicht das Risiko sondern der Rohstoff.

00:01:59: Das Risiko liegt woanders in der Qualität der Kredite die sie vergibt.

00:02:03: Die richtige Kennzahl für die Banken muss man erst herausfinden, also gibt es hier drei.

00:02:10: Das Kurs Buchwertverhältnis – kurz KBV zeigt wie viel du im Verhältnis zum bilanziellen Einkapital bezahlst.

00:02:16: Ein KBv von R-Ens heißt du zahlst genauso viel wie das Einkapitall laut Bilanz wert ist.

00:02:23: Bei Banken ist der Buchwert aussagekräftiger als bei vielen anderen Unternehmen weil die Bilanz fast nur aus Geld und Forderungen besteht.

00:02:31: Zweitens die Einkapitalrendite.

00:02:34: Wie viel Gewinn erzielt die Bank auf ihr Einkapital?

00:02:37: Beide Zahlen gehören zusammen, eine Bank mit hoher Einkapitualrendite verdient oft ein höheres KBV als eine mit niedriger.

00:02:46: und drittens die Kapitalausstattung also wieviel eigenes Kapital die Bank als Puffer gegen Kredit aus Fälle hält.

00:02:53: Aussichtsbehörden schreiben dafür Miniskoten vor.

00:02:56: wer deutlich darüber liegt übersteht Krisen besser.

00:03:00: Ein Fall aus der Geschichte zeigt, wie Buffett Banken liest.

00:03:04: Im Sommer of the Year was die Angst vor Bankenbleiten groß war investierte er fünf Milliarden Dollar in die Bank Of America In Vorzugsaktien mit fester Dividende plus dem Recht später siebenhundert Millionen Stamm-Aktion zu einem festen Preis von gut sieben Dollar zu kaufen.

00:03:21: Er setzte darauf das die Bank genug Kapital hatte um die Krise zu überstehen und dass der Markzios Angst zutief bewertete.

00:03:29: In den letzten Jahren übte er dieses Recht aus.

00:03:32: Es war einer seiner profitabelsten Deals.

00:03:35: Also merkt ihr, eine Bank liest du über Buchwert Ein Kapitalrendite und Kapitalpuffer Nicht über Verschuldungsgrad und Kessloh.

00:03:43: Schauen wir uns als nächstes dem Bereich des Versicherern.

00:03:47: Versicherer haben eine Besonderheit die Buffett zu einem der reichsten Menschen der Welt gemacht hat.

00:03:52: Sie heißt Float.

00:03:54: Kurz erklärt Der Float ist das Geld dass ein Versicherter von seinen Kunden als Prämie einnimmt, aber es später für Schäden auszahlen muss.

00:04:02: In der Zwischenzeit kann er dieses Geld anlegen.

00:04:05: Also stell dir vor du zahlst heute deine Autoverseicherung fürs ganze Jahr.

00:04:09: Einen Unfall hast Du vielleicht erst in drei Jahren Vielleicht nie.

00:04:13: Bis dahin arbeitet dein Geld für den Versicherer.

00:04:16: Wenn ein Versicherer seine Prämien so kalkuliert dass sie Schäde entdecken bekommt ihr dieses Anlagekapital sozusagen gratis Als Zinslosenkredit seiner Kunden.

00:04:26: Genau darauf hat Buffett Berkshire Headway aufgebaut.

00:04:30: Kurz erklärt, die Combined Ratio setzt Schäden und Kosten ins Verhältnis zu den Prämieneinnahmen.

00:04:36: Liegt sie unter hundert Prozent verdient der Versicherer schon am reinen Versicherungsgeschäftsgeld.

00:04:41: Eine Common Ratio von fünfundneinzig Prozent bedeutet vor jedem Euro-Premie gehen fünfund neunzig Cent für Schäde und Kosten drauf.

00:04:50: Fünf Cent bleiben als Gewinn und der Float wird zusätzlich angelegt.

00:04:54: Ein Versicherer, der aber viele Jahre unter hundert Prozent bleibt hat einen echten Vorteil.

00:05:00: Einer, der regelmäßig darüber liegt kauft sich seinen Flood teuer ein.

00:05:04: und der dritte Sonderfall sind Holdings also Unternehmen die hauptsächlich Beteiligungen an anderen Unternehmen halten.

00:05:11: Berkshire Haderway ist das bekannteste Beispiel dafür.

00:05:15: dazu gehören Versicherungen eine Eisenbahn Energieversorger und Börsenotierten Firmen.

00:05:21: Das Problem für die Anneliese Die Standardkänze an ein Holding sind eine Mischung aus völlig unterschiedlichen Geschäften.

00:05:28: Eine Eisenbahn hat andere Margen als ein Versicherer und beide andere als ein Aktienpaket.

00:05:34: Ein Durchschnitt über alles ergibt wenig Sinn, deshalb bewertet man Holdings oft über die Summe der Teile.

00:05:40: Man schätzt jeden Geschäftsbereich ein und addiert die Werte.

00:05:44: Häufig notiert ein Holding an der Börse mit einem Abschlag auf diese Summe – dem sogenannten Holding-Abschlag wenn Anlieger die Komplexität und die Kosten der Holdingstruktur einpreisen.

00:05:55: Also merkt ihr, eine Holding ist kein Unternehmen sondern ein Corp von Unternehmen.

00:06:00: Man bewertet den Corp indem man jedes Teil einzeln anschaut nicht indem man einen Durchschnitt bildet.

00:06:07: Aber wie können wir jetzt das wirklich simple analysieren?

00:06:10: Genau wie bei den Rückkäufen gilt ein simples Tool Rechnet bei einer Bank oder Holding einfach seine Standardformen durch und liefert Zahlen, die wenig bedeuten.

00:06:20: Ein Durchdacht des Werkzeugs erkennt den Sonderfall und stellt in den Vordergrund was belastbar ist – das Geschäftsmodell, dem Burggraben, die Profitabilität und Finanzstärke.

00:06:30: So haben wir es bei flättigster Schierungen gemacht und so haben wir Bergscheuer im Praxisfinale eingeordnet.

00:06:36: Die Botschaft ist nicht dass man diese Firmen nicht bewerten kann sondern dass man die richtigen Werkzeuge braucht.

00:06:43: Wenn dir diese Folge geholfen hat, dann abonniert den Podcast und bleibt dabei.

00:06:47: Und wenn du deine eigenen Aktien nach diesen Prinzipien prüfen willst, holt ihr die Stock Analyzer App kostenlos für iOS und Android Denn am Ende zählt nur Denkwebuffet, Kaufweb Buffett und investiere vor allem nur in das was Du wirklich verstehst.

00:07:02: Vielen Dank fürs einschalten und bis zur nächsten Folge.

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